Wenn Köche für Köche „Weihnachten kochen“ 

Auch wenn viele Blätter an den Bäumen ihren Niedergang noch nicht wahrhaben wollen und der Winter aus dem langen Sommerschlaf kaum wachzurütteln ist, spätestens beim Anblick von Weihnachtsbaum und festlich geschmückter Tafel, dem Duft von Zimt, Anis, Gebackenem, Gebratenem und brennenden Kerzen in der Nase, sind wir weihnachtlich infiziert. Wenn Brandenburger Spitzenköche wie Jacob Tracy, Mitglied der deutschen Köche-Nationalmannschaft, Torsten Kleinschmidt, Autor mehrerer regionaler Kochbücher, Wolfgang Schalow, Mitglied der Brandenburger Fischstraße, Frank Busch, Maitre de Aronia, Ralf Achilles vom pro agro Kochteam, Daniel Reuner, Hotelier und Vizepräsident des DEHOGA Brandenburg und Bäckermeister Wolfgang Scharmer, langjähriger Innungsobermeister zusammenkommen, geht es auf den Tellern kreativ zu.

Das Menü ist gut durchdacht.Jeder hat seinen Gang, den er liebevoll zubereitet und den Kollegen präsentiert. Es geht jedoch nicht darum, sich gegenseitig zu beeindrucken. Genau das erreichte Bernd Norkeweit, Mitglied der Fürstenwalder Brau-Freunde. Er holte die Deko aus dem Keller, den Weihnachtsanzug aus dem Schrank und versammelte die Brandenburger Kochfamilie um seinen heimischen Herd. Mit kulinarischen Hochgenüssen läuteten sie gemeinsam bereits Anfang November das Fest ein. Jeder ist Koch. Jeder ist Gast. Die Stimmung ist leidenschaftlich weihnachtlich. Pfannen werden geschoben und Kochlöffel geschwungen. Es wird gerührt, gewürzt, abgeschmeckt, angerichtet, angestoßen und genussvoll verzehrt. Ganz relaxt, ganz in Familie. Der Kochfamilie liegt am Herzen, mit Zutaten von hier regionale Erlebnisse zu schaffen. Sie möchten uns Brandenburger und Berliner auf die vielseitigen Produkte unserer Region aufmerksam machen und uns Anregungen und Rezeptideen für das Festtagsmenü geben.

Es geht um den Spaß beim Kochen und die Lust am gemeinsamen Essen und Trinken. Für die Köche bietet sich dabei eine prima Möglichkeit für den Austausch und zum Fachsimpeln. Es werden Ideen getestet und professionelles Feedback gegeben und empfangen. Welche Location ist dafür besser geeignet als das heimische Wohnzimmer oder in diesem Fall die Küche eines guten Freundes? Es ist also nicht verwunderlich, dass Bernd Norkeweit es geschafft hat, seine „Bude“ voll zu bekommen. Es geht uns darum, Erzeugnisse aus unserer Region zu präsentieren von Brandenburgern für Brandenburger. Wir möchten die Wahrnehmung hinsichtlich Vielfalt und Qualität unserer heimischen Produkte schärfen, die unsere Region definieren“, bringt Norkeweit sein Anliegen vor.

Die Vernetzungsidee reift bereits länger in seinem Kopf und bietet Potenzial zum Ausbau, was der rege Zuspruch beweist. Für zusätzliche Würze und besondere Genüsse auf der Festtafel sorgen regionale Produzenten und Hofladenbetreiber Sven Durau, Inhaber des originalen Wriezener Senf, Oliver „Kürbis-Olli“ Langheim vom kürbisollishop. de, Matthias Jahnke mit seinen herausragenden Brandenburger Landweinen vom Weingut Patke aus Pilgrim sowie der Brauer Oliver Wittkopf der Fürstenwalder Rathausbrauerei mit frisch abgefülltem Weihnachtsbier. Sie präsentierten Produkte, die sich auch perfekt als Mitbringsel und besonderes Geschenk eignen.

Mit an der Tafel sitzt auch die Brandenburger Bierkönigin Anne Mulinski, die das Essen und die ausgelassene Gesellschaft sichtlich genießt. Weihnachten – die Zeit der leuchtenden KöcheAugen. Welches Fest wird mehr durch seine Gaumenfreuden definiert? Aufgetafelt wird ordentlich. Während der ein oder andere von uns sicher schon kleinere oder größere Panikattacken erlitten hätte bei diesem „Gewusel“ hinter den Kopftöpfen und Pfannen, beeindrucken die Köche mit den Ergebnissen. Unglaublich harmonisch und koordiniert geht es zwischen den einzelnen Gängen zu. Das sind eben Profis! I m Namen eines gemütlichen und harmonischen Festes ist zu empfehlen, nicht zu versuchen, das komplette Menü nach zu kochen. Die ein oder andere Idee ließe sich jedoch bestens in den nächsten Wochen in den Weihnachts-Essensplan einflechten.

Text: Susanne Reid, Magazin Märkische Lebensart